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Blogeinträge (Tibettour)

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23.09.2008

Uns bleibt die Wahl zwischen Hinterhofhotel 1 und Hinterhofhotel 2

So, unser letzten Tag in Tibet ist da. Die Dusche wird mit Plastiktüten ausgelegt oder mit den Hotellatschen betreten – oh wie schön waren unsere bisherigen Hotels... Dafür wird das Restaurant extra wegen uns aufgemacht. Lecker Frühstück mit riesen Pancakes. Wir schreiben noch ein paar Zeilen für Jime und Gantsen, dann geht's los. Noch ein paar Meter durch das Dorf, dann sind wir beim Ausreiseschalter angekommen. Obwohl wir ein wenig warten müssen haben wir Glück: Hinter uns eine große Schlange wegen eines Reisebusses. Unser großes Gepäck fährt gemütlich mit dem Auto an uns vorbei, unsere kleinen Rucksäcke werden geröngt. Erleichtert schauen wir auf den chinesischen Ausreisestempel – die Freiheit naht! Man ist nun also im Niemandsland zwischen China und Nepal. Auch Jimmy und Gantsen sind nun der Freiheit so nah, wie sonst nirgends. Jimmy zeigt auf die andere Seite des Tals : "There you can say everything - it's freedom" Ein Tal, das zwei verschiedene Welten trennt. Unser Fahrer fährt mit seinem normalen Tempo ( ungeachtet der engen Straße, den Leuten und Lastwägen) weiter , so dass wir auch beinahe an unserem Transfer für Nepal vorbeigerauscht wären. Gerade noch rechtzeitig sehen wir einen Nepalesen, der ein Schild mit der Aufschrift „Ehrensberger“ hochhält. Noch schnell ein Abschiedsfoto mit Jime und Gantsen, dann spazieren wir über die Grenzbrücke. Die Einreise nach Nepal verläuft stressfrei, dann steigen wir wieder in einen Jeep ein. Und da sitzen wir dann und warten... und warten. Nichts geht vorwärts. Und dies wortwörtlich, denn manche Autos/Tata-LKWs fahren rückwärts den Berg hinunter. Irgendwann verlassen wir den Stau dann doch und genießen die Fahrt durch die atemberaubende Landschaft, mit der wir so nicht gerechnet haben. Neben uns erstrecken sich Reisfelder, neben der Straße geht es ohne Geländer steil hinab. Mit jedem Meter wird es wärmer draußen. Mittagessen in einem schön am Fluss gelegenen Lokal, es gibt für jeden ein Nepali-Set und wir haben Spaß mit dem kleinen Jungen des Besitzers. Wir überholen zahlreiche Busse, bepackt bis unters... äh... übers Dach. Dazu gibt's lustige Hupsignale. Je näher Kathmandu rückt, desto dichter wird wieder der Verkehr. Die letzten Meter dauern wieder ewig. Wir landen beim Reisebüro. Dort gestaltet sich die Planung für die Weiterfahrt nach Indien als schwierig. Am Ende ist der Typ völlig genervt. Doch wir sind von dem Vorschlag zum Studententarif nach Bananas zu fliegen einfach nicht begeistert. Bananas ist 750km von Delhi weg. 35 Stunden Bus / Zugfahrt kommt auch nicht in Frage. Weiter hätten wir gern ein Hotelzimmer. Von dem ersten Kommentar „Ich hab aber nur teure Zimmer für 25$“ lassen wir uns nicht abschrecken. Zimmer kriegen wir von dem Typen aber trotzdem keins. Wir werden in Thamel rausgeworfen. Der erste Schlepper steht bereit, wir bleiben hart. Beim zweiten sind wir schon nicht mehr so standfest. Uns bleibt die Wahl zwischen Hinterhofhotel 1 und Hinterhofhotel 2. Charmant werden wir durch sämtliche Zimmervariationen geführt. Es gibt billig und das Doppelte von billig. Gut. Essen suchen. Für gigantische 8 Euro werden vier Leute satt. Und das trotz Stromausfall. Sehr entspannend ist vor allem, dass der Typ uns nicht nur in sein Restaurant bugsiert, sondern auch noch weiß, was wir essen möchten. Die neben uns betrachten wir einfach als Teil des Inventars. Evelyn und Stevie kehren ins Hotel zurück, Flo und Katrin gehen noch ausgiebig ins Internetcafe. Viele Kommentare zu unseren Bildern im Blog und die Postkarten aus der Mongolei sind auch schon angekommen. Danach gehen auch wir ins Hotel und schlafen. Obwohl man eigentlich an diesem Tag mit nichts gerechnet hat, wird er einer mit bleibenden Erinnerungen sein. Die Straße von Tibet nach Nepal (auch wenn mitunter nicht ungefährlich), ist wirklich wunderschön. Man fährt vom trockenen Tibetplateau immer tiefer und die Landschaft wird immer grüner. War wirklich ein Traumtag. Diesen Eindruck kann auch das noch so dreckige, stressige Kathmandu nicht zerstören. [nggallery id=53]



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22.09.2008

Dangerous Road beginnt. Tatsächlich dangerous.

Aufstehen um 7:30 Uhr. Draußen ist es kalt und der Berg liegt im Nebel. Um 8:00 Uhr gibt's Frühstück: Omlett und Pancakes. Schlimme Kopfwehnacht für Evelyn, erledigt sich aber heute morgen von selbst.Die Aussicht auf den Berg bessert sich und kurz bevor wir fahren haben wir freie Sicht auf den Mt. Everest. Wir fahren los und brauchen nach 20 Minuten die erste Pinkelpause. Angeblich brauchen die Mädels zu lange! Weiter durch eine super Landschaft auf einer schlechten Straße. Wir finden verfrüht die dangerous Road. Immer wieder taucht hinter einer Kurve ein Gebirgszug mit schneebedeckten Gipfeln auf. Herrliche Aussicht! Zur Mittagszeit erreichen wir in Tingri wieder den Friendship Highway und gehen Mittagessen. 2 Minikatzen und ein kleiner Junge, an den wir unsere Buntstifte loswerden. Nach dem Essen freuen wir uns über Hügel in der Straße: Huiiiii! Irgendwann sind sie dann doch eher lästig. Wir fahren quasi mitten in einer Baustelle. Abwechselnd wird gemauert, eine Brücke gebaut und ganz selten geteert. Unser letzter Pass in Tibet, ab jetzt geht es bergab. 75km. Entgegen der Anweisung auf dem Schild nehmen wir den Shortcut bzw. biegen im Nichts nach links ab. Wir werden in der hässlichen Stadt Nylam kontrolliert. Pässe vorzeigen. Ab jetzt sind es 30km. Dangerous Road beginnt. Tatsächlich dangerous. Wieder Kontrolle. Diesmal Evelyns Rucksack öffnen. Bestimmt nur wegen der Kamera. Kurs vor Zangmu der Schock: Die Hupe fällt kurzfristig aus. Wir schlängeln uns durch die eine Straße durch zum Hotel. Gott sei Danke, die Hupe geht wieder. Zum Hotel: Greisliges Bad, dreckiges Bett, aber ein Fernseher im Zimmer. Wir laden den Fahrer Gantsn und Jime zum Essen ein (erfahren aber später, dass ihr Essen sowieso kostenlos ist). Jime erzählt uns von seinem Großvater, der früher in der tibetischen Regierung war und dann von der chinesischen Armee umgebracht wurde. Manchen Reisegruppen bringen mit ihrem Verhalten auch den Guide in Gefahr: 2006 verteilte eine Gruppe Bilder vom Dalai Lama in den Klöstern, der Guide wurde von der Polizei so verprügelt, dass er nicht mehr aufrecht stehen kann. Eine Gruppe Amerikaner wollte mit Free Tibet T-Shirts in Lhasa rumlaufen. Konnte vom Guide gerade noch verhindert werden. Wir werden von Jime gebeten einen Feedback-Zettel auszufüllen. Schlechte Kritik kann schlimmer Folgen haben: Eine andere Gruppe bemängelte Jimes Englischkentnisse, weshalb er seinen halben noch ausstehenden Lohn nicht bekam. Trotzdem arbeitet er gern für das Reisebüro, weil dort nur Tibeter beschäftigt sind und er somit im Auto frei reden kann. Der Big Boss der Agentur (oder der Guides?) ist ebenfalls Tibeter und ist – welch Wunder – momentan im Gefängnis. Guide und Fahrer bedanken sich artig und wir diskutieren noch ein wenig über die Tibet-Situation, woraus eine kleine Geschichte entsteht. Später als sonst gehen wir ins Bett. [nggallery id=52]



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21.09.2008

Es ist nunmal der höchste Berg der Welt

Heute morgen stehen mindestens drei Leute früher auf, um für vier Leute Frühstück zu machen. Dabei haben sie es nicht geschafft, den Tisch sauber zu machen, teilweise geschafft sauberes Geschirr und warmes Essen zu servieren. Das Frühstück zum Preis vom gestrigen Abendessen macht satt, mehr aber auch nicht. Um 8:30 Uhr sitzen wir wieder im Auto. Auf dem Programm steht der längste Streckenabschnitt in Tibet. Am Straßenrand werden die Felder mit der Sichel gemäht und die Ernte mit dem Esel abtransportiert. Nach dem Abzweig nach Sakya sehen wir einen Fahrradfahrer vor uns. Gespannt schauen wir aus dem Fenster, und tatsächlich – es ist der Augsburger von gestern. Wir erreichen mit 5248m unseren bisher höchsten Punkt, doch die Sicht reicht nicht aus, um einen Blick auf den begehrten Mt. Everest zu ergattern. Immer wieder halten wir an, um Reisepässe vorzuzeigen, Tickets zu kaufen bzw. vorzuweisen. Weiter geht's auf ungeteerter Straße den nächsten Pass hinauf. Oben wieder aufdringliche Verkäufer. Von 14-15 Uhr Mittagessen 40km vom Basecamp entfernt. Bettelnde Kinder beim Wegfahren. Vorbei an Ruinen, das Wetter wird leider nicht besser. Um halb fünf erreichen wir unser Quartier in Rongphu, 8km vom EBC entfernt. Eilig stürzen wir uns in warme Klamotten und Bergschuhe, doch dann die Ernüchterung: Es ist wolkenverhangen und wir müssen warten. Langsam finden wir uns damit ab, dass wir erst am nächsten Morgen zum EBC kommen, die „Deadline“ für heute liegt bei 18:30 Uhr. Um 18:15 unverändertes Bild, doch eine halbe Stunde später verziehen sich die Wolken langsam. Während wir draußen Fotos machen, meint Jimmy, wir können trotzdem noch losfahren. Aufgeregt schmeißen wir unsere Sachen ins Auto und fahren gegen 19:30 los. Doch wir kommen nicht weit. Ungeduldiges Warten beim Chinesen. Der Mann aus dem Auto hinter uns drängelt sich auch noch ständig vor. Dabei kann er doch eh nicht vor uns wegfahren. Wir kommen in das Dorf, von wo aus man normalerweise zum Base Camp läuft. Nur weil es schon so spät ist, müssen wir leider den Bus nehmen. Um viertel vor 8 erreichen wir fast das Base Camp. Außer einem Militärstützpunkt, einem Stein, einem Haus, einem Klo und einem Hügel gibt das Base Camp nichts her. Der Weg den Hügel hoch stellt nur ein mittleres Hindernis dar, auch wenn oben alle erstmal pumpen. Um noch die letzten Sonnenstrahlen für die Fotos zu nutzen, wird im Eiltempo posiert. Allein, zu zweit, zu viert. Die Aussicht ist super. Es ist nunmal der höchste Berg der Welt. Die Kälte und der Wind macht uns in diesem Moment nichts aus. Wir bleiben bis die Sonne verschwunden ist, natürlich nicht ohne nochmal schnell ein paar Bilder zu knipsen. Glücklich steigen wir in den Bus, dessen Fahrer uns erzählt, dass seit fünf Tagen kein klarer Blick auf den begehrten Berg zu erhaschen war. Wir hatten also mal wieder Glück! In unserem Quartier angekommen meldet sich der Hunger zu Wort. Katrin und Evelyn spazieren in die Küche, um Essen zu bestellen. Gebratene Nudeln kriegen wir wieder nicht. Grund: Die Köchin hat dies schonmal versucht und den Gästen hat's nicht geschmeckt. Wir bekommen dafür eine Unmenge an Reis und Nudelsuppe. KO wie immer gehen wir mal wieder früh ins Bett.



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20.09.2008

Das “offene Bein” heben wir mit einer Bahre auf die Ladefläche, die “kaputte Hand” steigt vorne ein.

Wir ziehen los, mit ganz großen Schritten…, um zu scheitern. Tashi hat zu, die Bäckerei vorm Haus zu, Dico’s zu, also Kommando zurück zur Bäckerei auf halben Weg zu Tashi. Mit - Achtung Überraschung - süßem Brot / Gebäck kehren wir zurück ins Hotel und “frühstücken” mit einer Tasse grünen Tee im Zimmer. 9:30 Uhr: Auf geht’s zum Tashilhumpo-Kloster, dem Sitz des Penchan-Lamas. Auch wenn es “wieder ein Kloster” ist, beeindruckt es uns doch wieder, v.A. die Stupa des Pechan Lamas. Jimmy erklärt außerdem einiges über dessen mysteriöse Todesumstände und wir lernen, dass es momentan zwei Penchan Lamas in Peking gibt: Einen tibetischen und einen von den Chinesen auserwählten. Ein paar chinesische Staatsleute sind auch zu Besuch. Wir vier Deutschen sind bei den anderen deutschen Reisegruppen schon für unseren Mördertrip bekannt. Besonders Jörg aus Lüneburg beneidet uns um Kathmandu, denn seine Frau war vor 30 Jahren bereits dort. Nach dem Kloster meldet sich der Hunger zu Wort. Zwei Lokale stehen zur Auswahl, eins “wo die Touristen gern hingehen” und das tibetische, fuer das wir uns entscheiden. Jimmy bestellt für uns Nudelsuppe mit gutem Suppenfleisch, Kartoffeln und die wohl bisher besten Yak-Momos, hausgemacht! Die Getränke werden schnell von der Wirtin um die Ecke ergattert. Mit 44 Yuan wird unser 10 Euro Budget p.P. kaum berührt. Die Fahrt nach Sakya verläuft nicht ohne Zwischenfall. Wir erreichen eine Unfallstelle. Nachdem bereits eine große Menschenmenge vor Ort ist, denken wir uns erstmal nichts und packen gemütlich das Verbandszeug zur Sicherheit aus. Jimmy bildet die Vorhut und will mal nachsehen was los ist. Mit Tatütata geht’s zur Unfallstelle. Ein quer liegender LKW auf der Straße und ein etwas lädierter Landcruiser der sich den Straßengraben als Landeplatz ausgesucht hat. Die kaputte Seiten-/Vorderfront zerstört bzw. eingedrückt. Mit dem Erste-Hilfe-Set geht’s auf ins Gefecht. Der erste Patient wird schon von Jimmy aufgeschnitten - bzw. seine Hose. Irgendwo scheint Blut hervorzukommen. Unterm Knie macht sich eine klaffende Fleischwunde bemerkbar. Wir schlagen dem tibetischen Verletzten erstmal vor, sich mal besser hinzusetzen. Jimmys erster Versuch ein Loch in die Hose zu schneiden ist zu zaghaft. Die Hose muss weg. Wir bauen einen Verband um das Knie. Als wir mit dem ersten Patienten fertig sind, kommt noch einer mit einer großen Hand. Hier haben wir keine Ahnung und sprühen und verbinden mal drauf los. Anscheinend etwas rabiater. Nach gefühlten Stunden und einer völlig nutzlosen Polizei kommt ein Pick-Up für die Verletzten angefahren. Das “offene Bein” heben wir mit einer Bahre auf die Ladefläche, die “kaputte Hand” steigt vorne ein. Wir geben noch Tipps mit auf den Weg, dann ist unsere Arbeit erledigt. Ein paar Dinge / Zitate, über die wir im Nachhinein einerseits schmunzeln mussten, andererseits erschrocken waren:

  • Obwohl der Unfall schon länger her war, war keine Hilfe unterwegs
  • “Bring Tempos! - Nein, kein einzelnes!”
  • “Den sch… Stecken brauch’mer nimmer!”
  • Viele Gaffer, vom nackigen Jungern bis zum Mann mit Harke auf dem Rücken
  • Die örtliche Ambulanz (=Pick-Up eines Bauern)
  • “Soll ‘kaputtes Bein’ auf den Beifahrersitz oder auf die Ladefläche?”
  • Der Zustand des Autos (Fahrerseite aufgerissen, LKW auf der Seite) hätte schlimmeres vermuten lassen
  • “Bleibt einer beim Auto!”
  • “Da is’ Saft, der enthält Zucker!’ - Wir wollten eigentlich die Wunde auswaschen…
  • Als die Bahre da war wäre ‘kaputtes Bein’ beinahe an genau diesem hochgehoben worden - “Stop! We do it!”
  • “Zieh an! Zieh an!”
  • Nichtsnutzige Polizisten
  • Rauchender Freund / LKWs die zum gaffen anhalten
Als alles vorbei ist und wir mit schlotternden Knien weiter fuhren kommen wir zu einem Pass mit wehenden Gebetsfahnen - 4500 Meter hoch. Evy haut’s hin, die nächsten Schrammen in der Kamera. Wir treffen einen Verrückten aus Augsburg, der von Lhasa nach Kathmandu radelt (”Ich hab zu meiner Frau gesagt, ich komm’ wieder!”). Einige Zeit später kommen wir schließlich in Sakya an. Das Kloster hat um diese Zeit bereits geschlossen. Da wir alle schon sooo lang kein Kloster mehr gesehen haben bedauern wir dies natürlich zutiefst. Kurzer Aufenthalt im Hotel mit Tagebuch schreiben, dann geht’s mit Jimmy und dem Fahrer zum Essen. Sehr gemütliches Lokal, am Nachbartisch spielen ein paar Einheimische ein tibetisches Würfel-/ Trinkspiel. Essen wie immer, dauert ewig und schmeckt passabel. Dann können wir Jimmy und Fahrer dazu überreden sich von uns auf eine Cola einladen zu lassen und es wird lustig: Der Fahrer hat nicht nur eine Freundin, sondern mehrere entlang der Strecke. Wir erfahren, dass Jimmy in Gyantse nur deshalb allein in der Hotellobby saß, weil der Fahrer in der Bar nur am Flirten war. Jimmy meint er sei in festen Händen und ergänzt noch “In Lhasa…”. Katrins Missverständnis “Yes, because the driver and the guide always share a room” trägt zur allgemeinen Erheiterung bei. Die Bedienung ist für beide kein Objekt der Begierde, sie ist vergeben! Außerdem erklären wir Jimmy, dass Zigaretten rauchen mit Halter, wie es der Fahrer praktiziert, bei uns nur feine Damen tun. Alles in allem haben wir viel Spaß und machen uns gegen 22:00 Uhr auf den Weg zurück ins Hotel. ein ereignisreicher Tag geht zu Ende und wir fallen müde ins Bett.



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19.09.2008

Nach dem Besuch der Main Chapel ist es soweit. Ich muss wirklich dringend!

Frühstück mal wieder im Yak-Restaurant. Sehr lecker mit Pancakes und Tee. Tee ist ein Fehler, Mädels müssen (wie immer) dauernd auf's Klo. Wir besuchen das Kloster Pelkhor Chode mit einer Riesen-Stupa, in der Stupa sind gaaanz viele Figuren. Gleich bei Ankunft würden wir gerne auf's Klo, werden aber von einem Kind verscheucht. Dem böse schauenden Jungen wollen wir keine 10 Cent geben! Nach dem Besuch der Main Chapel ist es soweit. Ich muss wirklich dringend! Eine ebenso böse schauende Frau will nur einen Yuan von mir. Doch sie kriegt ihn nicht. Wir streiten. Schlecht für's Karma. Dann hat Flo noch nicht genug und will noch Gyantse Dzong anschauen. Viele kaputte Häuser und Treppen und ein tolles Dach. Die schwindelerregende Treppe vermeiden wir beim Aufstieg aus Versehen, wir ziehen es vor durch kleine Löcher und über kaputte Treppen mit niedrigem Ausgang zu kriechen. Aber der Ausblick entschädigt uns für alles! Hat sich gelohnt. Abstieg über besagte Treppe, am Ausgang wittert der Chinese seine Chance und will gleich nochmal bei uns abkassieren. Am Ende wieder mal Kontakt zu Deutschen. Eine komplette Bilderbuch-Reisegruppe. In 19 Tagen von Kasachstan nach ?. Wir Wissen es nicht. Unterwegs halten wir bei einer Mühle wo Barley zu Tsampa wird. Vermutung bestätigt: Tsampa ist doch einfach nur Mehl!

Auf nach Shigatse. Wir gehen Kaffee trinken. Der Kaffee hält nicht, was der Preis verspricht. Dann ins Internetcafe, wo wir seit Stunden sitzen. Wenn heute noch ein Foto auf der Seite erscheint, trink ich zum Abendessen ein Lhasabeer.

Es kam wie es kommen musste: Fotos waren da, Lhasabeer hab ich trotzdem nicht getrunken. Auf zur Essenssuche. Wir sind doch keine blöden Pauschaltouristen, wir wollen ein tibetisches Restaurant. Die englische Schildaufschrift klingt verlockend. Unten alles voll. 2. gutes Zeichen. Wir gehen nach oben ins Separé. Wir bekommen eine tibetische und chinesische Speisekarte vorgesetzt und wollen wie gewohnt improvisieren, was uns diesmal nicht so gut gelingt. Weder „Yak-Momo“ noch das Bild von gebratenen Nudeln will verstanden werden. Evelyn und Flo gehen nach unten und wollen auf das Essen anderer Leute deuten, doch mit Ziegenhirn & Co wollen wir es nicht aufnehmen. Als wir Kartoffeln entdecken traut sich das Englisch sprechende Mädchen nicht zu uns. Erst bei der kleinsten gelingt es uns zwei Portionen Kartoffeln und zwei Nudelsuppen zu bestellen. Unsere Versuche Yak mit zwei Hörnern darzustellen blieben erfolglos. Jimmy erklärt uns am nächsten Tag, dass wir ein ganzes Yak erklärt haben – Ja klar, wir wollten ein komplettes Yak im Teigmantel! Die 54 Yuan war der Spaß wert, wir suchen Dico's. Dort stellen wir dann fest, dass die Schinesen auch Burger und Eis nicht können. Vielleicht war es Yoghurteis. Und beim Burger empfiehlt es sich nicht, ein halbes Chicken zwischen zwei süße Brothälften zu stecken. Ab in den Supermarkt. Die Erlösung: S N I C K E R S! Und a bissl Frühstückszeugsl. Hätten wir besser alle gekauft...



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18.09.2008

In den Dörfern bestehen die Gartenzäune teilweise aus Yak-Fladen

Lang schlafen, um 9:00 Uhr geht's ungeduscht und ohne Frühstück los. Wir halten kurz beim Bäcker, doch das Brot ist nicht so der Hit. Sehr langsam geht's die gleiche Straße von gestern zurück, überholt wird grundsätzlich in der nicht einsehbaren Kurve. Die Fahrt verläuft zunächst unspektakulär, wir bekommen lediglich einen See zu sehen, in dem Kinder und Erwachsene, die sich eine Berg-Beerdigung nicht leisten können, beerdigt werden. Danach wollen wir einen Pass hochfahren, leichte Verwunderung dass uns wirklich alle überholen, wir zucken mit 20 km/h dahin, es beginnt zu stinken, das Getriebe meldet sich zu Wort, das Auto wird mitten am Berg ausgemacht. Prompt kommt kompetente Hilfe. Vier Leute stehen ahnungslos vor einer offenen Motorhaube. Mhh, nix zu machen. Zurück zum nächsten Dorf, aber nicht ohne ein schlechtes Wendemanöver. Wir vertreiben uns die Zeit mit Essen für 36 Yuan. Nicht pro Person, sondern pro Alle. Mit dem neuen Auto kommt auch ein neuer Fahrer, deutlich jünger als der erste. Die schlechte Nachricht: Obwohl vorn im Auto drei Sitzplätze sind, dürfen nur zwei Personen Platz nehmen. Heißt für uns: Wir müssen zu viert auf die Rückbank. Es geht nun deutlich schneller vorwärts und der neue Fahrer redet wie ein Buch. Jimmy antwortet mit „oh“ in einer Endlosschleife. Auf Passhöhe erreichen wir knapp 5000m, die Sicht ist toll. Auf dem ersten Gipfel dürfen wir keine Fotos machen, würde Geld kosten. Wir halten ein bisschen weiter unten und werden von zwei nervigen Kettenverkäuferinnen belagert. Aber wir lassen uns den Blick auf den See nicht verderben. Türquisblaues Wasser umgeben von Bergen. Traumhaft. Uns wird erklärt, dass dies der heilige See ist und Angeln verboten ist. Die Chinesen halten sich natürlich nicht daran und betreiben zusätzlich ein Fischlokal für die dort stationierte Armee. In den Dörfern bestehen die Gartenzäune teilweise aus Yak-Fladen, sehr schön gestapelt! Wir fahren weiter durch eine super Landschaft; wir bitten den Fahrer anzuhalten, nur damit wir nochmal um die Ecke fahren und zum richtigen Fotoplatz kommen. Wir wissen immer noch nicht, ob es sich um einen See oder einen Fluss handelt. Dann bis nach Gyantse, wo wir ziemlich bald sehr lecker essen gehen. Fahrer und Guide wollen sich nicht einladen lassen, „weil es zu teuer ist“. Beim Essen zeigen wir Bilder von unserer Familie und Postkarten von Regensburg. Einige Jimmy-Highlights sind:

  • Yes, ya, yes
  • How can you say
  • Hard to say
  • How could you say
  • Yes, is, yes
  • oh, you know



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17.09.2008

Am Ende gibt's Momos und scharfe Nudeln

Frühstück mit der dt. Reisegruppe. Kommen aus der Gegenrichtung. Austauschen von Reiseinformationen. Uns wird geraten noch einen Tag länger in Kathmandu zu bleiben; Grund: „Besichtigung“ von Lepra-Kranken. Pünktlich um 9 werden wir abgeholt. Jimmy meint unser Fahrer sei ein „old driver“ - wir einigen uns höflich auf „experienced driver“, was sich jedoch aufgrund seiner Wende- und Überholmanöver, sowie seiner niedrigen Reisegeschwindigkeit nicht bestätigten sollte. Wir fahren durchs Überschwemmungsgebiet des Lhasa-River und werden von Reisebussen überholt. Brabang hätte nur mit dem Kopf geschüttelt. Jimmy bleibt während der Fahrt zwischen unseren Rucksäcken im Kofferraum verstaut. Gegen halb eins erreichen wir Tsetang – eine Stadt, die wir nicht lieben werden. Unser Hotel ist überdimensioniert und etwas schmuddelig. Die Essenssuche gestaltet sich schwierig, denn auch die Stadt ist wie ausgestorben. Tashi hat zu, auf Hotpot neben Soldaten haben wir keine Lust, also kehren wir ins Hotel zurück. Unter neugierigen Blicken essen wir das Menü, kurz: Reis mit Sch... für 15 Yuan, eine Frechheit. Außerdem probieren wir Barley-Bier, was in Wirklichkeit gar kein Bier ist und furchtbar schmeckt. Wir haben noch ganz viel Zeit, gehen also durch die Kitsch- / Geisterstadt spazieren... ähm... Nahrung beschaffen. Die Suche nach dem MARS verläuft erfolglos, dafür finden wir eine Bäckerei, deren Kekse man durchaus als gut bis sehr gut bezeichnen kann. Launebarometer steigt. Ab zum First Palace, der doch wieder ein Kloster ist. Wir erklimmen unseren ersten Viertausender. Einsamer Mönch, wir kaufen Brsn-Books (!= Börsen Handbuch). Legende vom ersten König, der auch nur ein Hochstapler war oder die Tibeter zu leichtgläubig. (Oder keiner konnte Zeichensprache.) Kaufen von Gebetsfahnen, viele Namen aufschreiben (Müllers, Kendlbachers und Schulfreunde / andere Freunde). Stevie bekommt selbst auferlegtes Gebetsfahnenfotografierverbot. Aufwändige Gras-in-den-Ofen-Prozedur. Aber jetzt sind wir „so full of luck now“. Zurück im Hotel, alle schlafen. Bis auf Katrin! Auf die sich nix reimt. Abendessen. Uns verschlägt es in ein kleines tibetisches „Restaurant“, das nicht wirklich auf Touristen eingestellt ist. Wir watscheln in die Küche, schauen in die Gefriertruhe und werden fündig. Am Ende gibt's Momos und scharfe Nudeln. Grad dass wir nicht mitkochen. Auf dem Nachhauseweg kommen wir an eindeutigen Geschäften mit einem Bettenzimmer vorbei. Pomelo und Bier. Abendgestaltung ist Tabu. Über die Regeln entbrennen vermehrt Streitigkeiten. Highlights: Pfeifung, Titikakasee in BW, VW Passat, VW Käfer, WV Beatle (nee, Golf gibt's nicht). Was begeht man bei der Scheidung? Selbstmord! Wastlhuber. Pfiff. Bett.



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